Übung
21: Konsonanten Abspannübung
(Diese Übung ist hier natürlich aus
dem Zusammenhang gerissen, weshalb Ihnen sicher
einige Anweisungen nicht klar sein könnten.
Sie ist hier nur zur Anschauung abgedruckt.)
Die Übung ist auf der Begleit - CD enthalten
(Höreindruck und Kontrolle).
- Bilden
Sie die Buchstaben „k“, „sch“, oder „t“
mit einem kräftigen Impuls aus dem Bauch
heraus, nicht im Rachenraum!
- Entweder
einen Buchstaben im schnellen, kurzen Rhythmus
hintereinander, oder später alle Buchstaben
im Wechsel.
- Dabei
die Buchstaben nicht im Hals oder Mundraum
festhalten, sondern wirklich darauf achten,
dass die Spannung aus dem Bauch heraus kommt.
- Der
Unterkiefer bleibt locker und beim „k“ und
„t“ geht er durch den Impuls wieder auf.
- Die
Konsonanten werden stimmlos, also „k“, „t“
und nicht „ka“ oder „te“ gebildet. Dies
ist nur mit der entsprechenden Spannung
im gesamten Gesangskörper möglich und mit
aktiver Zwerchfellatmung.
- Diese
Übung wird erst im Sprechen eingeübt.
- Später
kann eine kleine Melodie dazu gesungen werden.
Diese Übung kann auch erweitert werden
für die bessere Oberkörperhaltung und Spannung.
- Beim
Konsonantenabspannen werden die Arme waagerecht
zur Seite ausgestreckt.
- Die
Handflächen zeigen zur Seite.
- Nun
spannt man die Arme an und spürt förmlich,
wie man versucht, dabei eine Schiebetüre
aufzudrücken.
- Zur
Belebung der Gesamtkörperhaltung kann man
alternativ einige Male etwas federnd in
den Knien nachgeben.
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Kopfraum
/ Maskengefühl / Kopfkuppel / Musiktheorie
Gesang ist Seele
Singen heißt nicht nur einen Ton exakt in seiner Tonhöhe
zu treffen. Singen ist so viel mehr. Singen heißt
Seele, Liebe und Freude. Alles wird in einem Ton erkennbar
und hörbar. Es gibt Menschen, die kennen sich in der
Musiktheorie perfekt aus. Tonhöhe, Tonlänge und Pausen
sind ihnen ein Begriff. Aber ihre Stimme klingt leer,
kalt und ohne Herz. Andere wiederum kennen keine einzige
Note, aber wenn sie singen, öffnen sich alle Ohren
und die Welt scheint still zu stehen. Was ich damit
sagen möchte ist, dass es letztendlich auf das Herz
und die Seele in der Musik ankommt. Jedes Lied lebt
erst durch die Wärme und Ausstrahlung, die der Interpret
hineinlegt.
Der Ton
sitzt im Hals
Eine interessante Aussage habe ich gehört, als
ich eine Gesangsschülerin fragte, was ihrer Meinung
nach der „Gesangskörper“ ist. Sie entspricht dem weit
verbreiteten Denken über das Singen. „Beim Singen
brauche ich die Lunge, die Stimmbänder und den Rachenraum.“
Das ist sicherlich nicht verkehrt, aber es ist nicht
ausreichend, wie wir im bisherigen Workshop bereits
gelernt haben. Soviel mehr spielt noch eine wesentliche
Rolle. Und zur Perfektion, so zu sagen das Tüpfelchen
auf dem „i“, benötigt man die Kopfräume, die wir nun
behandeln.
Kopfräume?!
Klassische Technik auch in anderen Musiksparten?????
Das hört sich so nach klassischer Gesangstechnik an.
Ist das überhaupt für andere Musiksparten wichtig?
Wenn man Pop, Schlager, Rock, Musicals, Chanson, Gospel
oder den modernen Sprechgesang singen möchte?
Die Antwort ist eindeutig ja! Denn so „klassisch“
ist diese Technik gar nicht. Wir sollten sie daher
eher als Basistechnik bezeichnen. Denn wir Menschen
haben alle den gleichen Körperaufbau und dieselben
Funktionen. Atmung ist für jeden wichtig, egal was
er singen möchte. Und den Atemfluss ungehindert fließen
lassen zu können, dazu gehört auch, sich einen neuen
Punkt als Ziel zu setzen, wenn man eben nicht mehr
im Hals singen möchte. Die Freiheit zu haben, diese
neue Technik anzuwenden, bietet für alle anderen Musiksparten
einen ganzneuen Horizont an stimmlichen und stilistischen
Möglichkeiten. Man ist nicht mehr Sklave seiner Stimme,
sonder kann je nach Gefühl und Bedarf frei mit der
Stimme arbeiten. Und als neuer Haltepunkt bieten sich
die Kopfräume geradezu an.
Was gehört dazu?
Betrachten wir einmal das ganze Gesicht aus der Sicht
eines Sängers.
Maske in Blau??!!
Machen wir jetzt einen Abstecher in den Kostümball,
oder was hat eine Maske mit dem Gesang zu tun?
Wenn Sie sich die Abbildung der Hohlräume ansehen,
werden Sie schnell verstehen, was gemeint ist. Bereits
in Kapitel 1 haben wir darüber kurz gesprochen.
Maskengefühl
Jetzt wird es „klassisch“. Ohne das Maskengefühl
und das Bewusstsein des Kopfraumes und der Kopfkuppel
geht im klassischen Gesang, und nicht nur dort, gar
nichts. Schon in Kapitel 2 haben wir das „Baum – Gefühl“
angesprochen, und gerade hierbei ist es von besonderer
Bedeutung.
Die Basis ist das sich ausbreitende Zwerchfell, von
dort geht der Luftstrom aus den Lungen nach oben,
durch den Hals in den Kopfresonanzraum.Der Ton sitzt
nicht auf den Stimmlippen oder im Hals, sondern schwebt
auf dem Luftstrom, wie wir bereits in all den vorangegangenen
Kapiteln gelernt haben. Er schwebt dann „über“ der
Kopfkuppel. Wie wir in Kapitel 2 erfahren haben, geht
er in Gedanken weit über den Kopfraum hinaus. Der
Baum streckt seine Äste auch weit in den Himmel. Der
Luftstrom geht durch die Resonanzräume (diese sind
wie wir wissen die Stirnhöhlen / Nasennebenhöhlen,
sowie der Nasenrachenraum) auf die Resonatoren (diese
sind die Ober- / Unterkieferschneidezähne, das Nasenbein,
sowie der harte Gaumen).
Um sich diese Räume in unserem Körper besser vorzustellen,
machen Sie sich doch einfach eine Skizze oder schauen
Sie sich Abbildung 32 genau an und prägen Sie sich
dieses Bild ein. Nutzen Sie Ihre Phantasie und stellen
Sie sich die Räume zu Beginn einer Übung immer wieder
vor. Mit der Zeit wird diese Vorstellung nicht mehr
nötig sein, und die Luft findet ihren Weg durch die
Resonanzräume auch ohne diese Hilfestellung.
Auf Übung 17 „Imaginäres Kauen“ möchte ich hier hinweisen.
Bei dieser Übung kann man auch ein Lied summen und
dabei den Ton auf dem Luftstrom in unserer Maske fühlen.
Nicht im Hals oder Mundraum!
Die Kehle
Die Stellung der Kehle ist entscheidend für die
Luft und Klangmischung. Siehe hierzu Übung 15 „Gähnen“.
Dabei wird die Kehle weit geöffnet. Dadurch ist die
ideale Luftmischung gegeben, d.h. der Luftstrom wird
gleichmäßig auf die Nase und den Mundraum verteilt.
Stellen Sie sich vor, dass das Gähngefühl bis hinter
die Ohren geht. Merken sie sich dieses Spannungsgefühl,
und versuchen Sie es auch beim Singen umzusetzen.
Die Bezeichnung Ansatzrohr trifft schon „den Nagel
auf den Kopf“.
Der Rachenraum und Mundraum ist wie ein Verlängerungsrohr
vom Atemstrom tief aus dem Bauch heraus. Er ist kein
Trichter so wie wir ihn zum Beispiel von einem Megaphon
kennen. Diese Vorstellung hat eine Verengung des hinteren
Rachenraumes zur Folge. Der Gedanke an ein durchgehendes,
leicht gebogenes Rohr ist da schon besser und führt
zu keiner Verengung oder zu einem „Knick“. Ein Rohr
oder Gartenschlauch kann man biegen wie man möchte,
das Wasser oder die Luft kommt immer durch. Nur knicken
darf man ihn nicht. Genauso ist das Körpergefühl beim
Singen.
Ziel im Gesang ist es, den Kehlkopf in allen Tonlagen
gleichmäßig zu halten und ihn nicht nach oben oder
unten rutschen zu lassen. Eine weit nach unten hängende
Kehle (Gähnstellung) ist ideal für unseren Gesangskörper.
Sie zu erarbeiten, bedarf der Kontrolle eines qualifizierten
Gesangslehrers. Zuviel kann hierbei falsch gemacht
werden.
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