Der
Gesangskörper
„Wenn ich singe oder spreche, kommt der Ton von
den Stimmbändern. Dann fühle ich auch den Ton von
dort kommen, und er „sitzt“ im Mund-/ Rachenraum.“
„Wenn ich viel singe, werde ich leicht heiser, oder
habe ein Kratzen im Hals oder eine Trockenheit.“
„Oft fällt es mir schwer, den Ton zu halten oder
höhere Töne in einem Lied genau zu treffen, danach
bin ich zumindest kurzfristig heiser oder die Stimme
ist angeschlagen“.
So oder ähnlich lauten oft die Antworten auf die
Frage:
„Woher kommt der Ton beim Singen, und wo geht er
hin?“
Jeder kann singen. Der eine mehr, der andere weniger
gut. Aber die wenigsten, die singen können, beschäftigen
sich mit ihrer Stimme und dem Gesangskörper. Auch
wenn Singen für viele nur ein Hobby ist, was spricht
dagegen, auch ein Hobby verantwortungsvoll und so
gut wie möglich auszuüben? Zumal es viel mehr Freude
macht, mit Leichtigkeit zu singen, und den Ton nicht
ständig „im Hals“ zu haben. Eben Singen mit dem
Gesangskörper.
Doch was ist der Gesangskörper?
Ich möchte es so einfach wie möglich beschreiben.
Nicht jeder muss perfekt wissen, wie alles funktioniert
und wie man alles bezeichnet, um singen zu können.
Aber man sollte die Zusammenhänge einmal verstanden
haben, verinnerlichen und dann wieder aus dem Bewusstsein
streichen, da sie ins Unterbewusstsein gegangen
sind. Das Erklären dieser Zusammenhänge kann man
getrost den Pädagogen überlassen. Letztendlich lebt
der Gesang sehr viel durch Herz und Gefühl. Doch
die Grundzüge und Grundbausteine sollte jeder Sänger
von seinem Instrument (Körper) schon kennen.
Die Grundbausteine
Jeder, der das Spielen eines Instrumentes erlernen
will, befasst sich zunächst mit den Bestandteilen,
aus denen es zusammengesetzt ist. Eine Gitarre z.B.
hat einen Steg zum festbinden der Saiten, einen Resonanzkörper,
einen Gitarrenhals mit Bünden, auf denen die linke
Hand die einzelnen Noten greifen kann, und die rechte
Hand zupft oder schlägt die Saiten über dem Schalloch.
Egal ob man sich das Gitarrenspiel selber beibringt,
oder es professionell gelernt hat, ohne diese Grundkenntnisse
ist eine korrekte Handhabung der Gitarre nicht möglich,
und der Erfolg hält sich in Grenzen. Man muss nicht
alles im Detail genau beschreiben können, aber man
sollte wissen, dass es diese Bestandteile gibt. Ebenso
ist es beim Gesang.
Als erstes geht es um den Gesangskörper als Ganzes.
Gesangskörper ist kein Fachbegriff, sondern bezeichnet
vielmehr das besondere Körperbewusstsein. Spezielle
Bereiche unseres Körpers erhalten eine besondere Gewichtung.
Es geht um ein neues Körperbewusstsein beim Singen,
aber auch im Alltag. Der ganze Körper ist unser Klangkörper
und verhilft dem Ton zu Glanz und Kraft. Um eine grobe
Vorstellung davon zu erhalten, darum geht es in diesem
Kapitel. Im Einzelnen gehen wir ausführlich in den
nachfolgenden Kapiteln auf die speziellen Teile des
Gesangskörpers ein. Anders als bei Instrumentalisten,
ist unser Körper gleichzeitig unser Gesangskörper
/ Instrument. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.
Wir setzen unser Instrument jeglichen Schwankungen
aus. (Rauch, Lautstärke, Temperaturschwankung, emotionale
Schwankungen etc.) Mit der Zeit sollte man folgenden
Körperteilen besondere Beachtung schenken:
- Unterkiefer
- Zunge
- Nebenhöhlen
/ Nase / Augenhöhlen
- Brustkorb
/ Schultern
- Zwerchfell
/ Flanken
- Füße / Fersen
Der Gesangskörper bezieht Körperteile und Bereiche
unseres gesamten Körpers ein, von Kopf bis Fuß.
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